Chancen und Risiken bei Aktien ...

Chancen und Risiken bei Aktien 4.75/5 (20)

2015 war das Jahr der weltweiten Höchststände bei Aktienindizes. Aber wie geht es weiter? Lohnt sich jetzt noch ein Einstieg oder droht ein Absturz?

Viele von Ihnen, die von neuen Höchstständen an den Aktienmärkten in der Zeitung lesen, mögen wünschen, dass sie schon vor einigen Jahren in den Aktienmarkt eingestiegen wären. Aber warum sind Sie es nicht? Der Grund des Nichthandelns liegt in der Verhaltenstheorie begründet. Wir bewerten mögliche Verluste höher als mögliche Gewinne. Dabei übersehen die meisten Menschen die reale Wachstumsstory hinter einer Aktienanlage.

So können Aktien über einen langen Zeitraum von ca. 30 Jahren neben einer höheren Rendite auch mehr Stabilität und Sicherheit bieten als Staatsanleihen (siehe Griechenland). Schauen wir uns die letzten 200 Jahre an, betrug das Wirtschaftswachstum seit dem Jahr 1800 in den Industriestaaten ca. 3% und in den Schwellenländern ca. 4%. Als Aktionär können Sie an diesem Wohlstand teilhaben. Denn mit einem langfristigen Wirtschaftswachstum wächst meist auch der Gewinn der (börsennotierten) Unternehmen. Und daran partizipieren Aktionäre gleich doppelt: durch Dividende und Kursgewinn.

So sind die Unternehmensgewinne in den USA in den letzten 200 Jahren trotz aller Rezessionen und Kriege um ca. 4% nominal gestiegen. Und im Gleichschritt ist auch der Kursindex des S&P 500 nominal um ca. 4,3% gestiegen. Rechnet man noch reinvestierte Dividenden hinzu, die im Mittel 4,4% pro Jahr ausmachen, ergibt sich ein historischer Anstieg des S&P von 8,7% p.a. Hätten Ihre Ur-Ur-Ur-Urgroßeltern damals 1 Dollar investiert, könnten Sie sich heute über rund 61 Mio. US-Dollar freuen.

Langfristig liefern Aktieninvestments bessere Renditen als andere Anlageklassen. Kurzfristig sind aber auch Aktien risikoreich, wie Sie an folgendem Schaubild sehen.

Schwankungsbreiten traditioneller Anlageklassen von 1800 bis 2013 Höchst- und Tiefstwerte rollierender Anlageperioden von traditionellen Anlageklassen gemessen an realen Wertentwicklungen (p.a.) im Zeitraum 1800 bis 2015

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Quelle: Allianz Global Investors

Verwendete Benchmarks: Anleihen = 10-jährige US Treasuries (Total Return); Geldmarkt = 3-Monats US T-Bills (Total Return); Aktien = S&P 500 (Total Return) abzüglich der Inflation gemessen am US Consumer Price Index Quelle: Jeremy Siegel database 1801 – 1900 & Elroy Dimson, Paul Marsh, and Mike Staunton 1900 – 2009.

 

Wie lesen Sie die Grafik?

Bei einem Anlagezeitraum von einem Jahr konnten Sie in den letzten über 200 Jahren Glück haben und einen Gewinn von +66,62% erzielen oder Pech und einen Verlust von -38,02% erleiden. Je länger der Zeitraum andauert, umso sicherer wird es, dass Sie mit Aktieninvestments positive Renditen erzielen.

Um das Maß der Rendite zu berechnen, verwenden man die Aktienrendite (englisch Total Shareholder Return). Damit können Anleger ihren Erfolg berechnen. Sie ist eine Kennzahl für die Entwicklung einer Aktie über einen Zeitraum. Berücksichtigt werden dabei alle Dividendenzahlungen und der Kursverlauf. Sie berechnet sich über die Formel:

Aktienrendite = ((Verkaufskurs – Kaufkurs) + Dividendenzahlungen ) / Kaufkurs

Fällt der Kurs unter den Kaufpreis, kann die Aktienrendite auch negativ werden.

 

Welche Risiken gibt es also bei Aktien?

Kursrisiko (Wertschwankungsrisiko)

Das Kursrisiko liegt darin, dass der Kurs einer Aktie auch unter den Kaufpreis fallen kann. Solange Sie als Anleger keine Anteile verkaufen, handelt es sich nur um einen theoretischen sogenannten Buchwertverlust. Kursschwankungen um mehrere Prozent pro Tag sind bei Aktien üblich. Je länger Sie eine Aktie halten, umso geringer wird das Kursrisiko.

Zinsänderungsrisiko

Steigt das allgemeine Zinsniveau nach Anhebung des Leitzinses durch die Zentralbank (EZB in der Eurozone, Fed in den USA), werden sichere Anlagen im Vergleich zu Aktien attraktiver. Für Unternehmen bedeuten höhere Zinsen wachsende Ausgaben für Kredite, was den Gewinn schmälert und somit die Aktie des Unternehmens für Anleger weniger attraktiv erscheinen lässt. Wenn der Leitzins deutlich steigt und damit auch die Renditen von sicheren Anlagen, kann dies dazu führen, dass sich Anleger aus dem Aktienmarkt zurückziehen und die Kurse dadurch sinken.

Wechselkursrisiko

Investiert man Geld in Aktien fremder Währung, können durch Änderungen des Wechselkurses zwischen der Landes- und der Fremdwährung Gewinne oder Verluste entstehen. Diese treten unabhängig von Börsenkursänderungen auf und verstärken oder kompensieren gleichzeitig auftretende Kursgewinne/-verluste.

 

In den letzten 200 Jahren mündete der Weg zu möglichst sicheren Renditen immer in Aktienanlagen. Was Sie heute bei Ihren Investments berücksichtigen sollten, finden Sie im weiterführenden Buch: Die Millionärsformel.

Fotos: ©istockphoto.com/BlackJack3D/19925035

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