Eigentum oder Miete – Wieviel Immobilie kann ich mir leisten?

Eigentum oder Miete – Wieviel Immobilie kann ich mir leisten?

Eine Immobilie kostet Geld, das ist klar. Monat für Monat, Jahr für Jahr. Nur: Das gleiche gilt natürlich auch für Ihre Miete. Jeden Monat überweisen Sie eine ordentliche Stange Geld an Ihren Vermieter – ohne, dass Sie davon jemals einen Cent wiedersehen werden. Wenn Sie also ein gewisses Eigenkapital aufbringen können, ist bei den aktuell extrem niedrigen Zinsen die Entscheidung, eine Immobilie zu erwerben, gar nicht so abwegig. Im Gegenteil! Eine Studie der Bundesbank beweist: Besitzer von Wohnimmobilien ohne Hypothekenbelastung verfügen durchschnittlich über ein Nettovermögen von knapp 500.000 Euro, Wohnimmobilienbesitzer mit Hypothekenbelastung immerhin noch mehr als 250.000 Euro, während Mieter lediglich über ein durchschnittliches Nettovermögen von knapp 50.000 Euro verfügen. Gerade auf lange Sicht scheint sich ein Kauf also zu lohnen. Bevor es aber soweit ist, müssen Sie genau kalkulieren, wie groß Ihr finanzieller Spielraum überhaupt ist. Mit anderen Worten: Wieviel Immobilie kann ich mir eigentlich leisten?

 

In wenigen Schritten zur optimalen Kreditrate

Um das herauszubekommen, führen Sie als erstes am besten ein Haushaltsbuch ein. Dort tragen Sie alle Ein- und Ausgaben ein, die im Monat anfallen. So erhalten Sie schnell und einfach einen guten Überblick über Ihre aktuellen finanziellen Verhältnisse. In der Folge sollten Sie sich die Frage stellen, welche Ausgaben realistischerweise wegfallen beziehungsweise zusätzlich anfallen werden, wenn Sie nicht mehr Mieter, sondern Eigentümer sind. So fällt natürlich die Kaltmiete weg, die Nebenkosten müssen Sie jedoch weiterzahlen. Und als Eigentümer müssen Sie plötzlich Gebäudeversicherung, Grundsteuer, Hausverwaltung und natürlich Rücklagen beachten. Denn selbst, wenn Sie die Hoffnung haben, in den ersten Jahren ohne Renovierungen oder Modernisierungen auskommen zu können, sollten Sie so schnell wie möglich Geld für den Worst-Case beiseite legen. Je genauer Ihre ermittelten Werte sind, desto besser können sie anschließend die mögliche Kreditrate ermitteln. Anhand dieser Kreditrate ist es dann ein Leichtes, die Höhe des Darlehens und damit auch den maximalen Kaufpreis Ihrer Immobilie zu berechnen.

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Den psychologischen Aspekt beachten

Ein nicht zu unterschätzender Faktor beim Kauf einer Wohnimmobilie ist übrigens auch psychologischer Natur. Denn wenn Sie sich in ein Haus verlieben, dann verlieren Sie auch schnell Ihren Kopf. Das heißt, Sie werfen all Ihre guten Vorsätze über Bord und kaufen etwas, das eigentlich den finanziellen Rahmen sprengt. Experten raten deshalb zum sogenannten Verhütungsschutz. Danach sollten Sie sich nur Häuser oder Wohnungen zeigen lassen, die nicht teurer als eine von Ihnen selbst festgelegte Summe X sind. So geraten Sie gar nicht erst in Versuchung. Werden Sie dennoch zu einer Besichtigung eingeladen, klären Sie am besten im Vorfeld ab, ob der jetzige Inhaber Bereitschaft signalisiert, auf Ihr Limit herunterzugehen. Falls dies nicht der Fall sein sollte – sagen Sie den Termin ab. Die Verführung könnte zu groß sein.

Sollten Sie neu in einer Stadt sein, ist es möglicherweise ratsam, zunächst nur zu mieten, auch wenn die finanzielle Situation einen Kauf zulassen würde. Denn ein voreiliger Kauf kann Sie später ärgern, und der Austausch einer Immobilie gegen eine neue ist sehr kompliziert und mit viel Stress und einem hohen finanziellen Risiko verbunden.

 

Gutachter ersparen nachträglichen Ärger

Um schon im Vorfeld alle technischen Details abzuklären, sollten Sie gerade bei älteren Objekten einen Sachverständigen engagieren. Denn was bringt Ihnen Ihr Traumhaus, wenn sie erst nach Finanzierung und Kauf feststellen, dass Sie viele zehntausend Euro zusätzlich für eine defekte Heizung, überalterte Elektrik, ein kaputtes Dach oder die Beseitigung von Schimmel im Keller aufbringen müssen? Sind solche Kosten im Vorfeld bekannt, muss eine neue Rechnung aufgemacht werden, die in letzter Konsequenz eben auch bedeuten kann, dass Sie sich nach einem anderen Objekt umschauen sollten.

Fotos: ©istockphoto.com/macgyverhh/20070596

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