Fehler im Vorstellungsgespräch vermeiden

Fehler im Vorstellungsgespräch vermeiden

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Könnte ich den Job bitte haben?

Sie haben endlich ein Vorstellungsgespräch für Ihren Traumjob? Sie wissen, dass Sie genau der Richtige für die Position sind? Dann sollten Sie diese 15 häufigen Fehler beim ersten Gespräch vermeiden.

 

1. Pünktlichkeit ist eine Tugend

Kommen Sie nicht mehr als fünf Minuten zu früh und kommen Sie erst recht nicht zu spät zu dem Vorstellungsgespräch. Grundsätzlich klingt das leicht, aber öffentliche Verkehrsmittel fallen eben auch mal aus und Unfälle auf den Straßen mit daraus resultierendem Stau sind meist unvorhersehbar. Planen Sie solche Eventualitäten mit ein, selbst wenn Sie dann im Café noch eine halbe Stunde auf den Termin warten müssen.

 

2. Dreckige und unangemessene Kleidung

Nichts ist schlimmer als dreckige, zerrissene oder riechende Kleidung. Das gilt aber auch für Haare, Fingernägel und die restlichen Körperpartien. Es bringt aber auch recht wenig, wenn Sie in nagelneuen und vollkommen reinen Flipflops zum Gespräch erscheinen – solche Kleidung ist eher für den Strand gedacht und nicht für ein Vorstellungsgespräch. Selbst dann nicht, wenn Sie einen Termin am Strand haben.

 

3. Familienausflug zum Büro

Dieser Termin dreht sich nur um Sie, Ihre Fähigkeiten und Ihre Persönlichkeit. Verwandte und Freunde gehören deshalb nicht zum Vorstellungsgespräch und sollten auch nicht im Eingang auf Sie warten. Wenn Sie eine emotionale Unterstützung brauchen, sollte diese draußen bleiben.

 

4. Höflichkeit ist nicht altmodisch

Eine höfliche Begrüßung mit korrekter Anrede des Gegenübers, sowie einem festen Händedruck, sind Pflicht beim Vorstellungsgespräch. Zudem sollte man sich erst setzen, wenn der Platz angeboten wird und mit einem freundlichen Smalltalk beginnen. Das lockert nicht nur die Atmosphäre im ganzen Raum, sondern auch Ihre Zunge.

 

5. Das falsche Thema zum Einstieg

Was den richtigen Einstieg, also den Smalltalk, anbelangt, ist es nicht immer leicht, das beste Thema zu finden. Vermeiden sollten Sie aber tunlichst Kritik, egal wem oder was gegenüber, Gehaltsvorstellungen, Urlaubswünsche oder eher harte Gesprächsthemen, wie den Unfall auf der Autobahn.

 

6. Eine schlechte Körperhaltung

Die Körpersprache ist beim Vorstellungsgespräch einer der wichtigsten Punkte, da viele Personaler ganz genau darauf achten werden. Sie sollten sich gerade und aufrecht hinsetzen, anstatt sich in den Sitz zu lümmeln. Die Augen sollten auf Ihren Gesprächspartner gerichtet sein, nicht auf die Zimmerdecke. Haben Sie mehrere Gesprächspartner, sollten Sie jeweils zu demjenigen schauen, der mit Ihnen spricht oder dem Sie antworten. Zudem sollten Sie sich nicht irgendwo festklammern oder mit den Fingern an Ihrer Kleidung zupfen. Wenn Sie nervös sind und etwas halt brauchen, reicht es, die Hände im Schoß zu falten.

 

7. Störungen während des Termins

Während des Gesprächs ist nichts wichtiger als das Gespräch. Handys, Tablets oder Ähnliches müssen deshalb vorher immer ausgeschaltet werden. Es gibt kaum etwas Schlimmeres, als wenn Ihr Klingelton mit einem Mal losschreit – das einzige, was diesen Fehler noch toppen könnte, ist, wenn Sie den Anruf sogar noch annehmen würden. Das ist selbst dann ein Ausschlusskriterium, wenn Ihr Gegenüber Ihnen erlaubt ranzugehen. Nichts ist wichtiger als Ihr Gesprächspartner.

 

8. Sie haben sich nicht vorbereitet

Für ein Vorstellungsgespräch sollte man sich wie auf eine Prüfung vorbereiten. Lesen Sie sich in die Thematik ein und pauken Sie regelrecht die Fakten des Unternehmens. Vor allem im IT-Bereich, bei handwerklichen Berufen oder bei Stellen, die mit Fremdsprachen zu tun haben, kann es zu kleinen Tests kommen. Beispielsweise kann der Gesprächspartner plötzlich in eine andere Sprache wechseln – darauf sollten Sie sich schon vor dem Gespräch einstellen. Zudem sollten Sie auf die gängigen Fragen im Bewerbungsgespräch eine Antwort geben können.

Zu dieser Vorbereitung empfiehlt sich immer ein Testdurchlauf mit Verwandten oder Freunden, notfalls mit einem Spiegel, damit Sie genau Ihre Reaktionen beobachten können.

 

9. Sie zeigen kein Interesse

Sie sollten jedes Vorstellungsgespräch so behandeln, als wäre es Ihr Traumjob – selbst wenn er das gar nicht ist. Haben Sie kein Interesse an dem Job, und zeigen Sie vor allem kein Interesse, werden Sie die Stelle auch nicht bekommen. Sie sollten Ihrem Gesprächspartner deshalb immer zuhören.

Eine Aussage wie „Eigentlich habe ich keine Lust auf die Stelle, aber…“ wird Ihnen eine Absage garantieren. Egal was nach dem „aber“ folgen würde – das Gespräch wäre schon mit dem ersten Teil des Satzes entschieden.

 

10. Die Gesprächsordnung wird nicht eingehalten

Sie sollten Ihrem Gegenüber niemals ins Wort fallen oder selbst die Gesprächsführung übernehmen. Zudem sollten die Fragen klar und konkret beantwortet werden – fürs schwafeln und lange Erzählungen über Ihre Kindheit werden Sie sicherlich nicht eingestellt. Trotzdem kommt das Wort „Gespräch“ nicht von ungefähr. Wenn Sie gar nicht antworten und sich ausschweigen, wird Ihnen das auch nicht zum Vorteil gereichen. Es gilt deshalb, das richtige Maß zu finden.

 

11. Aggressives oder arrogantes Verhalten

Ja, die Firma hält Sie auch für einen geeigneten Kandidaten, sonst hätten sie Sie nicht eingeladen, trotzdem heißt das nicht, dass Sie den Job sicher haben. Tatsächlich gibt es meistens weitere Kandidaten, die wahrscheinlich genauso gut geeignet sind. Arroganz ist also nicht angebracht. Genauso wenig wie Aggressivität.

Auch wenn Ihnen die Nase des Personalers nicht gefällt, sollten Sie immer höflich bleiben und dabei auch auf Ihren Unterton achten. Wenn Ihnen beispielsweise Unkenntnis in einem bestimmten Bereich vorgeworfen wird, bleiben Sie sachlich und freundlich und bringen Sie Fakten vor.

Auch wenn die Frage nach Ihrer ehemaligen Stelle kommt, sollten Sie nicht aggressiv oder kritisch von Ihrem damaligen Chef, den Kollegen oder Arbeitsbedingungen sprechen. Schließlich wird Ihr Gegenüber denken, dass Sie das nächste Mal so über ihn herziehen könnten.

 

12. Unstimmigkeiten im Lebenslauf

Ihren Lebenslauf sollten Sie wirklich in- und auswendig kennen. Wenn Sie plötzlich im Gespräch andere Jahreszahlen, Firmennamen oder Qualifikationen nennen, muss der Personaler davon ausgehen, dass entweder Ihr Lebenslauf oder Ihre Aussagen nicht der Wahrheit entsprechen.

Bleiben Sie darüber hinaus immer ehrlich. Wenn Sie sich plötzlich mit einem Sprachkurs rühmen, den Sie gar nicht absolviert haben und das entsprechende Zertifikat auch nicht vorweisen können, wird das sicher keinen guten Eindruck hinterlassen.

 

13. Gehalts- und Urlaubsvorstellungen

Themen wie Bezahlung, Vergünstigungen oder Urlaub sollten niemals von Ihnen ausgehen – zumindest so lange nicht, bis Ihnen die Stelle definitiv angeboten wurde.

Zudem sollten Ihre Vorstellungen in einem realistischen Rahmen liegen. Zu niedrige Vorstellungen können davon zeugen, dass Sie sich und die Branche unterschätzen, viel zu hohe Erwartungen wirken dagegen meist arrogant.

Um eine gute Einschätzung zu bekommen und zu liefern, können Sie beispielsweise vorher im Internet nach Gehaltsvergleichen suchen und sich nach dem jeweiligen Schnitt in der Branche richten.

 

14. Flehen hilft genauso wenig wie fordern

Selbst, wenn Sie die Stelle unbedingt haben wollen oder sogar dringend brauchen, sollten Sie Derartiges niemals äußern. Aussagen wie „Ich brauche diesen Job“ oder „Könnte ich den Job bitte haben?“ werden Ihr Gegenüber sicher nicht überzeugen. Mitleid erzeugen zu wollen, ist im Vorstellungsgespräch unangebracht – Stattdessen sollten Sie mit Ihren Fähigkeiten und Kenntnissen überzeugen und dem Unternehmen zeigen, warum Sie von Ihnen als Arbeitskraft profitieren.

 

15. Das Gesprächsende hat auch Regeln

Sie sollten niemals das Gespräch beenden – dafür ist der Personaler verantwortlich. Auch dann nicht, wenn Sie einen unheimlich wichtigen Termin haben. Hier gilt wieder die goldene Regel: Nichts ist wichtiger als das Gespräch.

Zudem kommt am Ende des Termins immer die Frage, ob Sie noch etwas wissen wollen. Wer daraufhin keine Fragen stellt, erscheint eher uninteressiert.

Gute Fragen sind entweder fachbezogen – so können Sie zeigen, dass Sie sich informiert haben – oder Sie stellen Fragen zur Firma beziehungsweise zum zukünftigen Arbeitsplatz. Zur Vorbereitung sollte es deshalb dazugehören, sich vorher eine Liste anzufertigen, was man nachfragen könnte. Diese Dinge sollten aber nicht klar aus der Homepage oder der Stellenanzeige hervorgehen.

 

Aber Achtung: Sie sollten ebenfalls darauf achten, welche Fragen bereits im Gespräch geklärt wurden und sich nicht nur auf eine einzige Frage versteifen. Im Gegenzug sollten Sie aber auch nicht dutzende Fragen stellen. Konzentrieren Sie sich lieber auf ein bis zwei wichtige Punkte.

Zum Abschluss des Gesprächs ist wieder Höflichkeit geboten. Rennen Sie also niemals einfach weg, sondern bedanken Sie sich nochmal für das Gespräch und verabschieden Sie sich freundlich.

 

Grundsätzlich gilt jedoch: Egal wie die Entscheidung ausfällt, aus jedem Gespräch kann man lernen und das schlechteste Gespräch ist das, was Sie nicht geführt haben.

Fotos: ©istockphoto.com/adam36/6017809

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