Vermögensaufbau

Vermögensaufbau

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Die Wahl der richtigen Altersvorsorge sollte gerade bei jungen Menschen eine übergeordnete Rolle spielen. Besonders, da in Zukunft bei vielen Arbeitnehmern die gesetzliche Rente allein wahrscheinlich nicht mehr ausreichen wird, um im Alter ein finanziell sorgenfreies Leben führen zu können. Gerade beim Start in den Beruf haben junge Erwachsene viele Möglichkeiten, für Ihr Alter zusätzlich finanziell vorzusorgen. Unter anderem durch verschiedene staatliche Fördermodelle als Anreize zum Vermögensaufbau. Klar ist: Je früher mit dem Ansparen begonnen wird, desto mehr Kapital kann mit kleinen Raten und Summen aufgebaut werden.

 

Schnellübersicht relevanter Tipps und Finanzprodukte zum Vermögensaufbau

  • Girokonten vergleichen
  • Haushaltsplan / Vermögensbilanz aufstellen
  • Vermögenswirksame Leistungen evtl. mit Arbeitnehmer-Sparzulage
  • Aktienfonds- / Indexfondssparpläne
  • ggf. Riesterrente

 

Girokonto 

Als Erwachsener, spätestens beim Berufsstart oder beim Einstieg ins Studium, sollte sich jeder um ein eigenes Girokonto kümmern. Ob Auszahlung oder Einzahlung, ob Überweisung oder das Abheben von Bargeld: Das Girokonto ist der Mittelpunkt für jeden Zahlungsverkehr.

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Haushaltsplan / Vermögensbilanz

Auf Berufsstarter kommen viele neue Dinge auf einen zu, die im Alltag zu bewältigen sind. Oftmals ist der Beginn einer beruflichen Karriere mit dem Auszug aus dem Elternhaus verbunden, sodass sich die jungen Erwachsenen zunächst einmal um eine eigene Wohnung kümmern müssen. Damit verbunden ist in aller Regel der erste eigene Hausstand. Oftmals fallen dann Ausgaben an, die bisher entweder nicht bewusst wahrgenommen wurden oder durch die Eltern abgedeckt worden sind. Eine sehr gute Hilfe, damit Berufsstarter nicht direkt Schulden machen, ist das Aufstellen eines Haushaltsplans.

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Altersvorsorge

Ich habe nur wenig Geld zur Verfügung, soll ich trotzdem schon anfangen, für das Alter zu sparen? Und was ist besser für die Altersvorsorge, sparen oder investieren? Diese Frage beantwortet sich angesichts der aktuellen Zinsen für Sparbücher, Fest- und Tagesgeldkonten fast von selbst. Wichtig ist zunächst, dass Sie jeden Monat 10 % Ihrer Einkünfte auf Ihr Zukunftskonto einzahlen und zwar, bevor Sie Ihre anderen Ausgaben bestreiten. Durch den Zinseszinseffekt bzw. die langfristige Aktienkursentwicklung wird auch aus kleinen Beträgen eine erstaunliche Summe. Rechnen Sie doch selbst einmal nach.

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In jungen Jahren spielt die breite Streuung des Kapitals auf Anleihen, Immobilien, Aktien, Rohstoffe oder Termingeld kaum eine Rolle. Schließlich hat man noch lange Zeit und kann auch vorübergehende Rückschläge am Aktienmarkt einfach „aussitzen“. In dieser Phase des Lebens sind Aktienfonds bzw. Indexfondssparpläne (ETFs) geeignet. Schließlich gibt es Fondssparpläne, die bei 25 Euro Mindestanlagesumme beginnen. Und durch die regelmäßige Anlage kommt einem auch noch der Cost-Average-Effekt zu Gute.

 

Vermögenswirksame Leistungen
Ob Auszubildende einen Anspruch auf vermögenswirksame Leistungen haben, ist in den Tarifverträgen geregelt. Aber Arbeitgeber können vermögenswirksame Leistungen auch freiwillig an den Auszubildenden zahlen. Der Betrag kann zwischen 6 Euro und 40 Euro monatlich liegen. Während der Ausbildung erhalten die Azubis vielleicht nur einen bestimmten Prozentsatz an vermögenswirksamen Leistungen im Gegensatz zu den ausgelernten Kollegen. Die vermögenswirksamen Leistungen gehören zum Einkommen, man muss für Sie also auch Sozialabgaben und ggf. Steuern abführen.

Informationen über vermögenswirksame Leistungen erhält man im Personalbüro des Arbeitgebers. Hat man Anspruch, schließt man einen Sparvertrag ab und gibt dem Arbeitgeber eine Kopie davon. Außerdem muss man dem Arbeitgeber mitteilen, ob man aus eigener Tasche auch noch was in den Vertrag einzahlt. Der Arbeitgeber überweist dann monatlich direkt den abgemachten Betrag an das Institut, bei dem der Sparvertrag abgeschlossen wurde. In der Regel wird 6 Jahre lang einbezahlt, im 7. Jahr ruht der Vertrag. Danach kann man über das angesparte Geld, einschließlich der vom Staat gewährten Zulagen, verfügen.

Achtung: Durch vermögenswirksame Leistungen erhöht sich das Einkommen und so erlischt vielleicht der Anspruch auf Kindergeld.

 

Arbeitnehmer-Sparzulage

Wenn man seine vermögenswirksamen Leistungen in einen Bausparvertrag, einen Aktienfonds oder Mitarbeiterbeteiligungen investiert, kann man zusätzlich die Arbeitnehmer-Sparzulage vom Staat bekommen! Aber auch wenn man keine vermögenswirksamen Leistungen bekommt, kann man die Arbeitnehmer-Sparzulage erhalten.

Für vermögenswirksame Leistungen in Aktienfonds beträgt die Arbeitnehmer-Sparzulage 20%. Dabei gilt ein Höchstbetrag von 400,00 Euro (Ledige), bzw. 800,00 Euro (Verheiratete). Die Zulage beträgt dann maximal 80,00 Euro (Ledige), bzw. 160,00 Euro (Verheiratete). Zu beachten ist, dass die Zulage nur gewährt wird, wenn das zu versteuernde Einkommen nicht über 20.000,00 Euro liegt. Für zusammen zur Einkommensteuer veranlagte Ehepartner gilt der doppelte Betrag, also 40.000,00 Euro.

Für vermögenswirksame Leistungen im Bereich Bausparen beträgt die Arbeitnehmer-Sparzulage 9%. Dabei gilt ein Höchstbetrag von 470,00 Euro (Ledige), bzw. 940,00 Euro (Verheiratete). Die Zulage beträgt dann maximal 43,00 Euro (Ledige), bzw. 86,00 Euro (Verheiratete).

Zu beachten ist, dass die Zulage nur gewährt wird, wenn das zu versteuernde Einkommen nicht über 17.900,00 Euro liegt. Für zusammen zur Einkommensteuer veranlagte Ehepartner gilt der doppelte Betrag, also 35.800,00 Euro.

Um die Arbeitnehmer-Sparzulage zu beantragen und zu erhalten, muss die Anlage VL der jährlichen Einkommensteuererklärung beigefügt werden.

 

Riester-Rente

Die Riester-Rente wurde eingeführt, um die private Vorsorge zu fördern. Wer einen Riester-Vertrag abschließt, bekommt ähnlich wie bei der gesetzliche Rente im Alter eine lebenslange Riester-Rente ausgezahlt.

Wie hoch die Riester-Rente ausfällt, hängt natürlich davon ab, wie viel man einzahlt. Interessant bei der Riester-Rente sind für Azubis aber zunächst die staatlichen Zuschüsse. Hierzu zahlt man 4% des Bruttoeinkommens vom Vorjahr (mindestens 60 Euro, wenn man die volle Zulage erhalten will!) in den Vertrag ein. Der Eigenanteil kann sich aber verringern, wenn man vom Arbeitgeber vermögenswirksame Leistungen erhält. Je nach Förderstufe bekommt man dafür maximal 154 Euro vom Staat dazu.
Als Berufseinsteiger unter 25 Jahren gibt es noch einen Bonus von einmalig 200 Euro dazu!
Für jedes Kind gibt es noch einmal 185 Euro, für Kinder, die ab 2008 geboren wurden sogar 300 Euro.
Außerdem interessant: Der Teil, der vom Einkommen für die Riester-Rente abgeht, wird steuerlich anders behandelt und man spart auch hier!

Foto: ©istockphoto.com/vm/51262706