Risiken absichern

Risiken absichern

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Trennen sich Ehepartner, dann zieht in der Regel ein Partner aus der gemeinsamen Wohnung / dem gemeinsamen Haus aus. Mit dieser Trennung müssen sich beide Ehegatten nicht nur in der neuen (Wohn-)Situation zurechtfinden und ggf. den Hausrat teilen. Zusätzlich muss unbedingt geprüft werden, inwieweit die bestehenden Versicherungsverträge überhaupt weiter gelten, bzw. wie diese “aufgeteilt” werden. Spätestens mit rechtskräftiger Scheidung stehen dann weitere rechtliche Änderungen an.

Versicherungen werden häufig gemeinsam abgeschlossen, und oft ist nur ein Partner der Versicherungsnehmer. Im Fall einer Scheidung sollten die Partner mit den Versicherungsgesellschaften klären, wer in Zukunft bei welchem Versicherungsvertrag weiter Versicherungsnehmer bleiben soll. Der andere Ehegatte muss sich dann um den eigenen Versicherungsschutz kümmern.

Reicht bei Trennung oder Scheidung das Einkommen zur Zahlung von Versicherungsbeiträgen nicht mehr aus, gibt es mehrere Lösungen. Versicherungen können möglicherweise gestundet, beitragsfrei / ruhend gestellt oder gekündigt werden. Haben Sie eine Lebensversicherung abgeschlossen, sollte eine Kündigung gut überlegt sein, da sie fast immer mit erheblichen finanziellen Nachteilen verbunden ist. Eventuell ist es vorteilhafter, diese Versicherung zu verkaufen.

Folgende Versicherungen sollten Sie auf jeden Fall näher betrachten:

 

Krankenversicherung

Bei gesetzlicher Krankenversicherung muss sich ein Ehepartner, der bislang über den berufstätigen Ehegatten mitversichert war, nun selbst versichern. Eine private Krankenversicherung läuft bei Trennung oder Scheidung unverändert weiter. Sofern über den Ehepartner Sonderkonditionen genutzt wurden, muss der Vertrag nach der Scheidung ggf. umgestellt werden. Sind beide Ehegatten privat versichert und ist einer von ihnen unterhaltsberechtigt, dann sind nach der Scheidung die Beiträge für die Krankenversicherung ggf. zusätzlich zum Unterhalt zu zahlen.

Kinder ohne eigenes Einkommen werden nach der Scheidung so versichert (gesetzlich oder privat) wie die Kinder von unverheirateten Eltern, das heißt häufig so wie das Elternteil, bei dem sie leben. Sind die Eltern unterschiedlich versichert (einer gesetzlich, einer privat), dann kann das Kind unabhängig von seinem Lebensmittelpunkt privat oder gesetzlich (mit-)versichert werden. Beiträge zur privaten Krankenversicherung des Kindes gehören zum Kindesunterhalt, selbst wenn Kinder alternativ gesetzlich mitversichert werden könnten.

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Lebensversicherung

Bei Risiko- und Kapital-Lebensversicherungen sollten Sie überprüfen, wer als Begünstigter in dem Versicherungsvertrag angegeben ist. Ist der Noch-Ehepartner namentlich genannt, dann ist eine Änderung erforderlich. Oft ist Begünstigter pauschal der jeweilige Ehepartner. Mit der Scheidung treten dann automatisch und ohne besondere Regelung die Erben (testamentarisch bzw. gesetzlich) an dessen Stelle, bis sich ggf. ein neuer Ehepartner einstellt.

 

Private Haftpflichtversicherung

Nach der Scheidung besteht nur noch Versicherungsschutz für den Partner, der im Versicherungsvertrag als Versicherungsnehmer genannt ist. Der andere Partner muss dann einen eigenen Versicherungsvertrag abschließen.  Für gemeinsame Kinder besteht der Versicherungsschutz weiter.

Achtung: Wenn der Versicherungsnehmer der Versicherung noch vor der Scheidung einen neuen Lebensgefährten bzw. eine neue Lebensgefährtin als Mitversicherte(n) meldet, fällt der andere Ehepartner automatisch aus dem Vertrag heraus und hat keinen Versicherungsschutz mehr! Deshalb ist der Abschluss einer eigenen Privathaftpflichtversicherung bereits ab Trennung sinnvoll.

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Hausratversicherung

Ab dem Tag der Trennung und nicht erst mit Scheidung gilt die Hausratversicherung nur noch für den Ehepartner, der im Vertrag als Versicherungsnehmer genannt ist. Bleibt er in der bisherigen Wohnung / im bisherigen Haus, ändert sich für ihn nichts. Zieht er um, dann muss er den Umzug dem Versicherer melden. Vorübergehend sind dann meistens für max. 3 Monate beide Wohnungen (alt und neu) versichert. Der andere Ehepartner ist nach seinem Auszug i.d.R. nicht mehr hausratversichert. In einigen Versicherungsverträgen ist geregelt, dass auch nach der Trennung für eine Übergangszeit weiter Versicherungsschutz für den zweiten Ehegatten besteht. Dies sollten Sie auf jeden Fall überprüfen. Der Partner, der nicht Versicherungsnehmer ist, sollte sich also bereits mit Auszug nach einer neuen Hausratversicherung umsehen.

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KfZ-Versicherung

Haben Sie bisher ein gemeinsames Auto genutzt, müssen Sie sich zum einen mit Ihrem Partner einigen, wer den Wagen bekommt und zum anderen, wer den Schadenfreiheitsrabatt behalten soll. Nach der Scheidung wird der Partner, der einen neuen Vertrag abschließen muss, meistens in die für Fahranfänger geltende ungünstigste SF-Klasse eingestuft. Einige Gesellschaften bieten in diesem Fall Tarife an, bei denen Teile des Schadensfreiheitsrabatts angerechnet werden. Mit unserem online KfZ-Versicherungsvergleich finden Sie hier für Sie günstige Tarife.

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Rechtsschutzversicherung

Die gemeinsame Rechtsschutzversicherung gilt nur bis zur Scheidung. Nach der Scheidung ist nur noch der Versicherungsnehmer bzw. seine Kinder über die Rechtsschutzversicherung versichert. Der geschiedene Partner ist nicht mehr mitversichert und muss sich ggf. danach selber versichern.

 

Wohngebäudeversicherung

Bei der Wohngebäudeversicherung ist der im Grundbuch eingetragene Eigentümer der Immobilie nach dem Gesetz auch der Versicherungsnehmer. Sind und bleiben beide Partner Miteigentümer, dann bleibt die Versicherung auch nach der Scheidung unverändert. Bei einer Übertragung der Immobilie auf einen neuen Eigentümer oder auf einen der geschiedenen Partner allein, geht die Gebäudeversicherung auf den neuen Eigentümer über. Dieser kann die Versicherung dann innerhalb eines Monats nach Erwerb der Immobilie kündigen.

Foto: ©istockphoto.com/mofles/68340659