Vermögensaufbau

Vermögensaufbau

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Im Fall einer Trennung und rechtzeitig vor der Scheidung ist ein professioneller Altersvorsorge-Check sinnvoll, um einschätzen zu können, wie beide Ehepartner nach der Scheidung versorgt sein werden.

Mit dem sogenannten Versorgungsausgleich halbieren sich oft die Ansprüche aus gesetzlicher Rente, Beamtenpension, Riester-Rente, Rürup-Rente, Versorgungswerk, betrieblicher Altersversorgung und privaten Versicherungsverträgen. Lebensversicherungen und sonstiges Kapital werden nicht hinzugerechnet.

Wenn der Mann also beispielsweise Rentenanwartschaften von 1500 Euro gesammelt hat, und die Frau hat drei Kinder großgezogen und bekommt 150 Euro Rente, hat am Ende jeder Anspruch auf 825 Euro. Dann sind sie beide arm. Das Fatale daran: Selbst wenn die Ehefrau nach einigen Jahren stirbt, bekommt der Ex-Mann nie wieder seine volle von ihm erwirtschaftete Rente ausgezahlt, sondern bleibt auf dem gekürzten Anspruch hängen – es sei denn, seine Ex-Frau hat die erworbenen Anrechte nur kurz bezogen; die Grenze liegt hier bei drei Jahren.

Über die genaue Aufteilung entscheidet das Familiengericht im Scheidungsverfahren. Dieser Versorgungsausgleich wird nicht automatisch durchgeführt, wenn die Ehepartner weniger als drei Jahre verheiratet waren. Der Versorgungsausgleich kann aber durch einen notariellen Ehevertrag modifiziert oder sogar vollständig ausgeschlossen werden, das gilt auch bei besonderen Härtefällen.

Während man mit 40 im Fall einer Scheidung noch mal neu anfangen und für die eigene Altersvorsorge etwas anlegen kann, muss man kurz vor der Rente mit dem leben, was bisher in die Altersvorsorge investiert wurde.

 

Für detaillierte Informationen zur Aufteilung von Rentenansprüchen durch Versorgungsausgleich sprechen Sie am besten Ihren Anwalt an. Erste Informationen finden Sie auch in der Broschüre „Geschiedene: Ausgleich bei der Rente“ der Deutschen Rentenversicherung: hier klicken

Was mit den Vermögenswerten geschieht, sehen Sie hier:

Immobilie

Oft ist als Vermögen ein Haus vorhanden, das als Altersvorsorge dienen sollte und nun verkauft werden muss, weil keiner den anderen auszahlen kann. Sind sich die Parteien uneinig, wird das Gericht einem von beiden, in der Regel dem, der die Kinder behält, die Nutzung des Hauses zusprechen. Und das selbst dann, wenn der Partner die Immobilie mit in die Ehe eingebracht hat und sogar der Ehevertrag die Nutzungsrechte im Scheidungsfall regelt. Es gilt: Sind Kinder im Spiel, werden Verträge und Eigentum hinfällig.

 

Vermögen

Möglicherweise erhalten Sie im Wege des Zugewinnausgleichs einen Geldbetrag ausgezahlt. Legen Sie diesen mit Bedacht und entsprechend Ihrer Risikoneigung für Ihre Altersvorsorge an. Sind Sie der Partner, der zu zahlen hat, sollten Sie planen, welche Vermögensteile hierfür verwendet werden und wie eine faire und wirtschaftlich sinnvolle Aufteilung erfolgen kann.

 

Beratung bei Trennung oder Scheidung

Im Fall einer Scheidung benötigen Sie sowieso einen Rechtsanwalt, der Sie vor Gericht vertritt. In der Regel sollte Ihr Anwalt Ihnen bei den wichtigsten finanziellen Weichenstellungen einige Ratschläge geben können, insbesondere zu den Themen Zugewinnausgleich und Versorgungsausgleich. Zusätzliche Kosten entstehen Ihnen dadurch keine, diese Auskünfte sind durch die Rechtsanwaltsgebühren abgegolten.

 

Unterhalt von der Steuer absetzen

Zahlen Sie Ihrem Ex-Partner Unterhalt, können Sie diese Zahlungen von der Steuer absetzen. Dafür muss Ihr Ex-Partner dem Realsplitting zustimmen und das von Ihnen erhaltene Geld selbst versteuern. Tut er dies nicht, bleibt Ihnen noch die Alternative, die Zahlungen als außergewöhnliche Belastung anzusetzen.

Fotos: ©istockphoto.com/mofles/68340659